Die schönsten Outdooraktivitäten mit Hund Teil 3: Herbst

Langsam werden die Tage wieder kühler. Die Bäume tragen ihr Blätterkleid in wunderschönen Farben und leider, leider, wird es auch wieder früher dunkel.

Der Herbst ist ideal für lange Tagesausflüge – was passt jetzt besser als ein Wanderausflug mit Hund? Wir haben uns für einen Wanderurlaub im Erzgebirge entschieden und berichten Euch von unseren Abenteuern. Natürlich geben wir auch Tipps, worauf man zu dieser Jahreszeit mit Hund besonders achten sollte.

Nass, Kühl, Grau – Die Wetterumstellung macht Mensch und Tier zu schaffen

Zuerst einmal das Gute am Herbst: an regnerischen, kalten Tagen sind die Berliner Parks jetzt wieder wie leer gefegt. Milka stört Regen ohnehin nicht und ich freue mich, denn die Parks und Wiesen gehören jetzt wieder (fast) ausschließlich uns Hundehaltern.

Leider kann ich dieser Jahreszeit sonst nicht viel mehr abgewinnen. Herbst und Winter sind nicht meine Zeit. Dazu kommt noch die Zeitumstellung, es wird spät hell und früh dunkel, was nicht nur den Biorhythmus von uns Menschen sondern auch der Tiere ordentlich durcheinander bringt. Milka schläft jetzt viel mehr als sonst.

Während sie im Sommer Punkt 7 freudig wedelnd neben meinem Bett steht liegt sie jetzt gern bis 9, 10 Uhr wohlig ausgestreckt neben mir. Die Weckfunktion meiner Hündin ist jetzt irgendwie kaputt.

Gut sichtbar durch die dunkle Jahreszeit

Passend zur dunklen Jahreszeit hole ich jetzt auch Milka`s Regenmantel aus dem Schrank. Zwar friert sie gar nicht so schnell, aber der Mantel schützt zuverlässig vor Nässe und lässt sie nicht auskühlen. Wichtig ist dabei auch, dass Milka in der Dunkelheit gut sichtbar ist. Reflektoren am Mantel oder auch dem Geschirr bzw. Halsband sind im Herbst essentiell.

Nach einigen Fehlkäufen sind wir inzwischen ganz glücklich mit dem wasserdichten ubest Hundemantel. Die Jacke aus Polyester und Baumwolle ist kuschlig weich, in der Maschine waschbar, reflektiert Licht und lässt sich leicht an- und ausziehen.

Immer schön trocken bleiben

Manchmal ist es im September, Oktober noch recht warm. Regen gibts aber immer häufiger. Da ich Milka ihre Vorliebe für Matschpampe und Pfützen bisher leider nicht abgewöhnen konnte (wobei – Menschen zahlen ja viel Geld für Schlammkuren und irgendwo muss Milka`s Schönheit ja auch herkommen), wird sie nach dem Spaziergang ordentlich abgewaschen und trocken gerubbelt. Verschlammte Pfötchen müssen jetzt gründlich gereinigt werden, da sich sonst Entzündungen bilden können.

Auch im Auto liegt immer ein Handtuch bereit, damit sich Milka nicht unterkühlt, denn auch Hunde können sich erkälten. Unsere Autoschutzdecke von PetPäl leistet jetzt beste Dienste.

Nach dem Spaziergang im Regen gibts ein Leckerlie mit viel Protein und wenig Fett für Milka (z.B. Hähnchenbrustfilet von Bontoy), einen Kaffee für mich und danach gönnen wir uns eine lange Ruhepause.

Der Fellwechsel – Hundehaare überall

fellwechselIm September beginnt bei vielen Hunderassen der Fellwechsel. Leider auch bei meinem Labrador-Mädchen. Die eher dünnen Sommerhaare fallen jetzt aus und werden durch warme, dicke Unterwolle ersetzt. Das dauert einige Wochen und ist zum Verzweifeln – der Staubsauger wird mein liebster Freund. Abhilfe schafft das regelmäßige Bürsten. Das ist vor allem bei langhaarigen Hunden wichtig, damit nichts verfilzt, die Haut  gesund und atmungsaktiv bleibt und eine gute Thermoregulation bei Kälte stattfinden kann.

Gute Dienste leistet mir jetzt der ubest Profi Fellpflege Handschuh. Er ist für Kurz- und langhaarige Tiere geeignet, ist hautfreundlich und ohne Weichmacher produziert, angenehm zu tragen und massiert gleichzeitig die Haut. Mit der FURminator Bürste entferne ich zunächst nur oberflächliche Haare. Die Handschuhe aber holen überschüssiges Unterfell und unglaublich viel losen Flausch aus dem Hundefell. Milka findet das ganz angenehm – eine Massage ist dabei ja auch noch inklusive.

Achtung: Wildwechsel in den Abendstunden

Vor allem im Herbst ist in den frühen Morgenstunden und Abendstunden, kurz vor Sonnenauf- oder Sonnenuntergang, besondere Vorsicht geboten. Jetzt sind besonders viele Wildtiere unterwegs. Vom Kaninchen über eine Rehfamilie, Fuchs und Igel kann man jetzt häufig begegnen. Vor allem ist in Wäldern Vorsicht geboten, denn im Herbst ist Jagdsaison. Vor allem Hunde mit starkem Jagdtrieb sollten jetzt an der (Schlepp)Leine geführt werden.

Urlaub mit Hund im Herbst: Wandern im Erzgebirge

Eigentlich gibt es kaum einen besseren Urlaub mit Hund als einen Wanderurlaub. Gesagt, getan. Wir haben uns für das Erzgebirge entschieden. Vor jedem Urlaub steht aber das Packen. Mit Hund kommt da einiges zusammen.

Vorbereitung auf den Wanderurlaub mit Hund

Informieren Sie sich über das Urlaubsgebiet!

Natürlich sollte es eine hundefreundliche Unterkunft sein. Aber darüber hinaus macht es Sinn auch andere Vorgaben, z.B. zur Leinenpflicht oder Aufenthaltsmöglichkeiten im Hotel mit Hund zu kennen. Bei einer Reise ins Ausland sind auch die jeweiligen Landesbestimmungen für Hunde und Halter wichtig.

Tierarztbesuch vor der Abreise

Bei Reisen ins europäische Ausland ist der Impfpass/EU Tierpass notwendig.Vor der Abreise macht auch ein kleiner Check-Up durchaus Sinn. Bei Bedarf kann man sich gleich mit Medikamenten, Wurmkur oder Zeckenmitteln eindecken.

Apropos Zeckenschutz: in diesem Sommer  und Herbst habe ich einen natürlichen Zeckenschutz ausprobiert: Medidog Zeggi Weggi. Ja, ich war skeptisch. Aber: selbst auf den hohen Wiesen und Wäldern im Erzgebirge habe ich keine einzige Zecke auf Milki gefunden. Es scheint also zu funktionieren. Allerdings ist die Haltbarkeit der natürlichen Drops begrenzt. Nach einigen Wochen habe ich überaschend extra Protein in der Dose gefunden.

Hundeversicherungen sind wichtig!

Mit einer Hundehaftpflicht , z.B. von NV-Versicherungen ist ihr Vierbeiner auch bei kleinen Missgeschicken im Urlaub immer abgesichert. Wer mag, kann auch eine Krankenversicherung für das Hundekind abschließen. Ich habe mich dagegen entschieden und lege stattdessen jeden Monat 50 EUR zu Seite.

Im Auto gilt: Anschnallen nicht vergessen

Ein Muss bei jeder Autofahrt egal ob Mensch oder Tier: der Sicherheitsgurt. Da Milka nicht im Kofferraum sondern auf dem Rücksitz liegt, schnalle ich sie (vor allem bei Fahrten auf der Autobahn) immer an. Mit dem Toozey Hunde Sicherheitsgurt bin ich recht zufrieden. Bisher kam er aber glücklicherweise noch nie zum Einsatz.

Was tun bei einem Wanderunfall mit Hund?

Unsere Touren im Erzgebirge waren zum Teil sehr anstrengend und unwegsam. Kurz gestolpert, schon ist es passiert – was tun wenn der Hund sich den Knöchel verstaucht? Bei Gebirgstouren mit dem Vierbeiner macht es durchaus Sinn eine kleine Tragevorrichtung im Gepäck zu haben. Für den Notfall hilft gibt es z.B. die Knauder´s Best Hunde-Rettungsdecke. Die Notfalldecke ist klein, belastbar, isoliert und hilft im Notfall bei der Rettung des Hundes. Darüber hinaus gilt, vor allem für Alle die wie ich alleine mit Hund unterwegs sind, dass immer jemand über den Aufenthaltsort bzw. die Gegend informiert ist. Das kann das Hotel oder die Familie sein, aber zumindest fällt es spätenstens am Abend auf, wenn man nicht wie geplant von der Wanderung zurückkehrt.

Rucksack für die Tagestour mit Hund

Damit ich gut auf den Touren ausgestattet bin, habe ich immer einen kleinen Wanderrucksack dabei. Immer im Gepäck: genug Wasser für Milka und mich, Napf, Notfallset mit Isodecke, Leckerlies, eine Taschenlampe und ein Messer für den Notfall.

Ich packe die Hundetasche und nehme mit

Milka`s Urlaubstasche ist fast immer voller als meine Eigene. Hier ist unsere Checkliste für den Wanderurlaub mit Hund:

  • Futter und Leckerlies
  • Urlaubsapotheke (u.a. Kohle- und Schmerztabletten) und Notfall-Set
  • 2 Näpfe
  • Hundedecken, Hundekorb oder Schlafplatz
  • Hunde-Handtuch
  • EU-Tierausweis (v.a. bei Auslandsreisen)
  • Geschirr bzw. Halsband (mind. 2)
  • Führleine plus ggf. Schleppleine
  • Spielzeug darf natürlich auch nicht fehlen
  • Hundeausweis: falls Milka doch einmal verloren gehen sollte bzw. mir etwas zustößt, trägt sie einen kleinen Ausweis am Halsband. Der Tierperso ist ihr eigener kleiner Personalausweis mit Namen und Kontaktdaten für den Notfall.

Los geht`s: Die besten Wanderrouten mit Hund im Erzgebirge

Das Erzgebirge gehört seit 2019 zu den UNESCO Weltkulturerbestätten. Das Mittelgebirge verläuft im Osten Deutschlands zwischen Deutschland und unserem Nachbarland Tschechien. Früher war die Region vor allem durch den Bergbau geprägt, heute ist der Tourismus mit über 3 Mio. Übernachtungen pro Jahr der wichtigste Wirtschaftsfaktor in der Region. Die Landschaft ist atemberaubend und bietet neben vielen Wald- und Naturschutzgebieten viele beliebte Wintersportregionen.

Der Kammweg: 285km vom Erzgebirge bis ins Vogtland

Der Kammweg ist ein europäischer Fernwanderweg der in 17 Etappen von je 10 bis 25 km von Geising (Sachsen) bis Blankenstein (Thüringen) führt. Wer sich die gesamte Route vornehmen möchte, dem sei „Wandern ohne Gepäck“ – ein Angebot des Tourismusverband Erzgebirge e. V. empfohlen. Hier wird das Gepäck zwischen den einzelnen Etappen für die Wanderer transportiert. Man selbst hat also nur das Nötigste dabei – die Koffer warten schon in der Unterkunft am Tagesziel.

Gerade bei Wandertouren mit Hund macht das durchaus Sinn. Schließlich muss man so neben dem eigenen Gepäck weder kiloweise Futter, noch Decken o.ä. jeden Tag mitschleppen. Für Individualtouristen mit tierischer Begleitung gibt es beim Tourismusverband eine Auflistung aller hundefreundlichen Herbergen auf der Route.

Zwei besonders hundefreundliche Hotels haben Milka und ich getestet:

Hundefreundliche Unterkünfte

Das Waldhotel Kreuztanne in Sayda (ab 45 EUR pro Person)

Wir beginnen unsere Reise in Sayda, genauer gesagt dem Waldhotel Kreuztanne. Das 4-Sterne Hotel liegt malerisch auf einem Hügel, zwischen Fichtenwäldern und umgeben von gelb-weiß blühenden Wiesen. Der Kammwanderweg führt direkt an dem Hotel vorbei.

Das hundefreundliche Hotel wurde im April 2020 renoviert, insgesamt 7 Zimmer, alle mit kleiner eigener Terrasse stehen insbesondere Reisenden mit Hund zur Verfügung, alle mit direktem Gartenzugang. Für Milka und mich ist das natürlich perfekt – eine riesige Wiese und Wälder soweit das Auge reicht liegen direkt vor der Tür.  Bei Bedarf können die vierbeinigen Begleiter hier auch im Restaurant dabei sein. Und einen Spielgefährten für Milka gab es hier auch: den 2-jährigen Rottweiler-Mix Rüden Hugo.

Buchungen unter: https://www.kreuztanne.de/

Das Schlosshotel Purschenstein (ab 49 EUR pro Person)

Ein weiteres hundefreundliches Hotel in der Umgebung ist das Schlosshotel Purschenstein in Neuhausen. Die Geschichte des Schlosses reicht bis ins Jahre 1200 zurück und schützte früher die Salzstraße von Halle bis Prag. 2001 wurde das historische Anwesen von der niederländischen Familie Praagmann erworben und sehr aufwendig saniert. Der Ort ist voller Geschichte und bietet in 46 Zimmern Hunden und ihren Familien ein wirklich fürstliches Schlafgemach, Romantik pur! Begrüßt wird man hier auch gleich von der eigentlichen Schlossherrin, einer zuckersüßen, (bei unserem Besuch 18 Wochen jungen) Schäferhündin namens „Brenda vom Schloss Purschenstein“.

Buchungen unter: www.purschenstein.de

Die besten Wandertouren und Rundwege mit Hund im Erzgebirge

Tour 1: Rundweg von Kreuztanne –> Schwemmteiche –> Sayda und zurück (10 km, ca. 3 Stunden)

Unsere erste Wanderung starten wir vom Waldhotel Kreuztanne aus. Es ist September und noch recht warm. Unser Ziel: die Schwemmteiche zwischen Sayda und Neuhausen, in denen auch Hunde baden dürfen.

Vom Hotel Kreuztanne laufen wir in Richtung Sayda, einem kleinen Ort am Fuße des Hügels. Es ist Spätsommer im Erzgebirge – die Wiesen leuchten voller gelber und weißer Sommerblumen. Der Geruch von frisch gemähtem Heu liegt in der Luft, nur das Zirpen der Grillen unterbricht die absolute Stille. Der steinige Feldweg vor mir glitzert im Sonnenlicht und zeugt von den reichhaltigen Erzvorkommen. Milka liebt die weite Landschaft, stromert über die Weidewiese neben mir, die Nase immer am Boden. Eine Maus fängt sie zwar nicht, aber schwanzwedelnd und ganz aufgeregt werden sie mir alle angezeigt. Ich liebe es, meine Hündin so glücklich zu sehen. Ja, das hier ist das krasse Gegenteil zum grauen Asphalt Berlins.

Tour durch die Wiesen

Auf dem Hügel gegenüber weiden Kühe, daneben grasen Pferde genüsslich am saftigen Grün. Milka beobachtet das ganze Treiben genau, ist sehr wachsam. Als die Herde vom Bauern zur Trinkstelle geführt wird bellt Milka, würde am liebsten eingreifen. Da ist er wieder, der Jagd- und Hütetrieb vom Border Collie und Viszla, den ich in der Großstadt nie erlebe. Der Bauer lacht, ruft Milka und mich heran und bietet ihr direkt eine Arbeitsstelle an.

Aber leider haben wir keine Zeit, der Labrador-Anteil überwiegt und möchte wohl doch lieber zum Wasser. Also weiter über die Felder hinauf und zurück auf den Kammweg. Ein gemächlicher Spaziergang durch den Wald führt uns zum Naturdenkmal „Schwemmteiche“. Die zwei Waldseen liegen idyllisch eingebettet zwischen Bergwiesen und Wäldern. Hier kann man noch den Artenreichtum unberührter Natur bewundern, selbst Arnika und Orchideen sind hier zu finden. Baden ist in den Teichen übrigens für Zwei- und Vierbeiner erlaubt und das muss man Milka und mir natürlich nicht zweimal sagen. Der Waldsee ist eine willkommene Abkühlung für Füße und Pfoten an diesem warmen Tag im Herbst.

Schwemmteich

Zurück am Waldhotel Kreuztanne muss ich lachen, denn Milka möchte ein wenig Wellness genießen. Neben dem Spielplatz gibt es hier einen Barfußpfad, der müden Füßen (und scheinbar auch Pfoten) wieder Energie geben soll. Wie ein Profi läuft sie diesen entlang bis hin zum Kneipp Becken am Ende. Und bevor ich überhaupt reagieren kann lässt sich meine Hündin auch schon langsam in das eiskalte Brunnenwasser gleiten. Läuft ganz langsam und bedächtig eine Runde und nimmt diesmal die Treppe heraus. Ganz wie ein Profi.

Kneip Becken

Tour 2: Kreuztanne –> Talsperre Rauschenbach –> Neuhausen und Schloss Purschenstein und zurück (20 km // ca. 7-8 h)

Unsere zweite Tagestour ist eine Rundwanderung zur Talsperre Rauschenbach und zurück über Neuhausen. Wir folgen zunächst dem Kammweg durch einen dichten Fichtenwald und bergab über einen Schotterweg an Weidewiesen entlang ins Tal.

Cowgild Milka

Am Wegesrand liegen Kühe mit ihren Kälbern in der Sonne – hier leben sie also die glücklichen Kühe, von denen man in Berlin immer hört. Milka (immerhin zu 1/4 Border-Collie) findet das sehr spannend und überlegt kurzzeitig ihrem natürlichen Hütetrieb nachzukommen, wird aber von einem Fuchs abgelenkt der direkt vor uns den Weg überquert. Milka stutzt, bleibt aber bei mir. Da es sich hier um Privatgelände des Hotels Kreuztanne handelt (und Milka immer abrufbar ist), darf sie hier ausnahmsweise frei laufen. Generell gilt aber laut Tourismusverband in Wiesen- und Waldregionen im Erzgebirge Anleinpflicht.

TalsperreWeiter gehts und wir biegen nach rechts auf einen kleinen Feldweg ein. Wir laufen an einem 3-Seiten Hof vorbei, begrüßen die Bewohner die uns freundlich zuwinken (etwas ungewohnt aber toll, wenn man das Leben in Berlin gewohnt ist) und erreichen das Dorf Cämmerswalde samt dem Café Flugzeug. Und richtig – neben dem kleinen Café stehen tatsächlich eine IL14 und MIG21 im Garten, die man auch besichtigen darf. Nach etwa 3 weiteren Kilometern kommen wir zur Talsperre Rauschenbach und werden mit einem eindrucksvollen Blick über das tiefblau funkelnde Trinkwasserresservoir belohnt. Leider ist baden für Hunde hier verboten, eine Pause über der Talsperre ist aber trotzdem drin.

Weiter geht unsere Wanderung nach Neuhausen bis zum Schlosshotel  Purschenstein. Eine Mittagspause ist jetzt auch dringend nötig! Im Restaurant kann man nicht nur fürstlich speisen, auch Hunde sind hier willkommene Gäste. Wir werden direkt von der kleinen Schlossherrin begrüßt, einer unglaublich süßen, 18 Wochen jungen Schäferhündin namens „Brenda vom Schloss Purschenstein“. Milka und Brenda sind sofort verliebt – spielen und verzaubern alle Anwesenden.

Wir kommen mit dem Eigentümer ins Gespräch, dessen Familie im Jahr 2001 das romantische, alte Schloss gekauft und sehr aufwendig saniert hat. Die Einladung zur Schlossführung nehmen wir natürlich gern an und sind  fasziniert von der langen Geschichte des Schlosses und seiner Fürsten, die bis ins Jahr 1200 reicht.

Nach einer ausgedehnten Pause treten wir den Rückweg an und erreichen am späten Nachmittag wieder das Hotel Kreuztanne. Der knapp 20 km lange Rundweg war wunderschön aber auch anstrengend. Müde aber sehr glücklich fallen Milka und ich ins Bett.

Tour 3: Hinauf auf den Fichtelberg

Schwebebahn Fichtelgebirge

Ein Muss bei jeder Wandertour im Erzgebirge ist natürlich der Fichtelberg im Kurort Oberwiesenthal. Während im Winter hier tausende Ski- und Snowboardfans die Pisten herabsausen gehört der Ort von Frühling bis Herbst den zahlreichen Wandertouristen. Mit 1215 Metern über dem Meeresspiegel ist der

FichtelbergFichtelberg die höchste Erhebung des Erzgebirges auf deutscher Seite und der höchste Berg in Sachsen. Viele verschiedene Wanderwege führen hinauf, aber Milka und mir steckt noch die gestrige Tour in den Knochen und ich entscheide mich für den gemütlichsten Weg: die Schwebebahn.

Seit fast 100 Jahren (eröffnet im Jahr 1924) befördern die Großkabinen Besucherinnen und Besucher hinauf auf den Berg. Ein Ticket kostet 12 EUR pro Person, Hunde fahren übrigens kostenfrei mit. Ganz geheuer ist Milka die Fahrt zwar nicht, aber immer noch besser als ein Aufstieg auf vier Pfoten, der in etwa 3 Stunden dauert und teils sehr steile und anstrengende Strecken beinhaltet.

Auf dem Gipfel angekommen empfängt uns ein eindrucksvoller Panoramablick mit strahlend blauem Himmel über die Erzgebirgsregion. Milka und ich haben richtig Glück, denn im Schnitt ist der Gipfel des Fichtelbergs an mehr als 290 Tagen pro Jahr von Schnee und Nebel verhangen. Heute aber ist die Sicht perfekt und reicht hunderte Kilometer weit über die Region.

Wir gönnen uns einen Imbiss und auch an die tierischen Besucher wird gedacht: Wassernapf und Futter stehen bereit. Jetzt ist auch Zeit sich mit den anderen vierbeinigen Touristen auszutauschen, die hier oben sehr zahlreich anzutreffen sind.

Tour 4: Der Grenz- und Kreuzweg in Moldova, ein Rundweg zwischen Deutschland und Tschechien (10 km, ca. 3 Stunden)

Unsere nächste Wandertour führt uns an die Deutsch-Tschechische Grenze. Von dem alten Bahnhof in Moldova (auf tschechischer Seite) führt uns ein Rundweg über 10 km auf dem Kammweg bis zum Grenzfluss und zurück.

Wir parken am Bahnhof Moldova, der verlassen und verfallen scheint. Wir überqueren die Grenze zurück zur deutschen Seite und laufen durch einen dichten Fichtenwald und bald recht steilen Waldweg hinab. Milka und ich sind hier vollkommen allein, irgendwo an der Grenze zwischen Deutschland und Tschechien. Zum ersten Mal auf unserer Reise habe ich den Gedanken: stolpern solltest du jetzt nicht. Natürlich weiß immer jemand wo ich an dem jeweiligen Tag bin, aber ohne Internetempfang, mitten im Wald und einem recht waghalsigen jungen Hund an meiner Seite, wird mir bewusst dass es nicht ganz ungefährlich ist, hier allein unterwegs zu sein. Sollten Milka oder ich ausrutschen oder fallen, hätten wir ein echtes Problem. Zwar habe ich immer und auch heute ein 1. Hilfe Set und genug Wasser dabei, aber den steilen Berg könnte ich meine 25 kg Hündin wohl nicht hinauftragen.

GrenzflussBevor ich aber weiter in diese Gedanken verfalle erreichen wir nach etwa 5 km Waldwanderung eine Lichtung. Und was für Eine! Der Duft von frisch gemähtem Gras, Lavendel und Kamille umgibt uns. Vor uns erstreckt sich ein weites Tal zwischen saftigen, blühenden Wiesen an dessen Fuße der kleine Grenzfluss Holperbach dahinplätschert. Es ist ein traumhafter Anblick und verspricht eine willkommene Abkühlung für Milka. Das Wasser des Gebirgsflusses ist eiskalt, was aber meinen Labradormischling natürlich nicht aufhält sofort ins kühle Nass zu springen, zu trinken, planschen und den Kopf unter Wasser zu halten. Wir haben ein kleines Paradies gefunden!

Ungern verlasse ich diese Idylle, aber Milka verfolgt schon einen kleinen Schmetterling, also geht es weiter. Wir folgen dem Holperbachweg neben dem Fluß zurück zum alten Bahnhof Moldova.

Da wir ohnehin schon in Tschechien sind, unternehmen wir noch einen kleinen Abstecher in die Stadt „Teplitz“, mit dem Auto etwa eine halbe Stunde Fahrt ins Landesinnere. Die kleine Stadt in Nordböhmen ist seit Jahrhunderten für seine Heilquellen bekannt, vor allem der Schlosspark mit seinen wunderschönen Gärten ist einen Besuch wert. Meine Großmutter, Urgroßmutter und Ururgroßmutter sind hier im ehemaligen Sudetenland geboren und in Teplitz aufgewachsen, deshalb verbinden mich viele Erinnerungen und Familiengeschichten mit diesem Ort. Aber vor allem gibt es hier ein Gericht, das fast so gut schmeckt wie bei Oma: das typisch tschechisches Gericht Svíčkova (Sauerbraten mit Knödeln). Ein Muss für mich bei jedem Besuch in meinem liebsten Nachbarland, einfach köstlich!

Tour 5: Wandertour durch das Schwarzwassertal, zum Katzenstein und durch den Grünen Graben (16km, ca. 5 Stunden)

Wir parken in der Nähe der Gaststätte Schwarzbeerschänke und beginnen unsere Wandertour in Richtung Schwarzwassertal. Vorbei geht es an einem Natur- und Lehrgarten auf gut ausgebauten Wegen in den Wald. Rechts von uns schlängelt sich bald die „Schwarze Pokau“ entlang und Milka lässt sich natürlich nicht lange bitten. Nach etwa 3,5km ragt neben uns die Teufelsmauer empor, eine riesige Felsformation mitten im Wald, die auch von Kletterern genutzt wird.

Über eine Brücke und weiter dem Bach entlang kommen wir an einen Abzweig, es geht bergauf und die Strecke wird schwieriger. Nach etwa zwei Kilometern den Berg hinauf erreichen wir den Grünen Graben, der bereits im 17. Jhd. angelegt wurde um Wasser zu den Gruben der kleinen Stadt Pobershau zu leiten. Wir folgen dem Wanderweg bis zum Katzenstein. Auf einer Höhe von 710 m werden wir mit einem atemberaubenden Blick über das wildromatische Tal belohnt. Von hier sieht man auch die Ruinen eines alten Raubritterschlosses, eine Hexe thront noch immer hier oben. Sie schützt bis heute die Ländereien vor Angriffen auf das kleine Dorf.

Für Milka und mich heißt es hier erst einmal ausruhen, eine Kleinigkeit essen und die Aussicht genießen bevor wir den Abstieg beginnen. Der direkte Weg hinab vom Felsvorsprung ist mit Hund zu gefährlich. Wir gehen daher zurück zum Grünen Graben, von wo aus uns ein (allerdings auch sehr steiler und enger) Pfad wieder hinab ins Schwarzwassertal führt. Milka habe ich hier an den Schleppleine – die Gefahr dass sie abrutscht oder stürzt wäre zu groß. Der Abstieg ist schwierig und ich bin über meine festen Wanderschuhe doch sehr dankbar. Nach insgesamt 5 Stunden erreichen wir das Tal und lassen den Tag entspannt in einem kleinen Gasthaus ausklingen. Milka ist k.o. aber glücklich und schläft sofort unter dem Tisch ein.

Fazit

Wanderurlaub mit Hund im Erzgebirge ist Natur pur für Zwei und Vierbeiner. Es ist einfach perfekt – Wald, Wiesen, glasklare Flüsse und weite Täler – einfach eine traumhafte Region.

Für Milka und mich war es der perfekte Urlaub und der nächste Ausflug ist auch schon geplant.

Ich liebe es zu zelten! Wasser abkochen auf dem Feuer vor dem Zelt, der eiskalte Gebirgsfluss als Kühlschrank – näher an der Natur geht es kaum. Nächsten Sommer steht also ein Campingurlaub mit Hund an. Ich bin gespannt, ob Milka das genauso toll findet, wie ich.

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